Beim Eispunktverfahren hältst du die Messspitze in eine Mischung aus Eis und Wasser, ohne Glasrand oder Boden zu berühren. Du wartest, bis der Wert stabil ist, und liest ihn ab. Soll sind 0 °C. Zu viel Wasser, zu wenig Eis oder große Eisbrocken stören laut Fluke das Gleichgewicht. Die Methode prüft nur einen Punkt und ist nicht rückführbar.
Die zweite Methode nutzt kochendes Wasser mit 100 °C. Sie ist ungenauer, weil der Siedepunkt vom Luftdruck abhängt: Auf 2.000 m Höhe liegt er bei etwa 93,5 °C. Für die Küche genügt das Eisbad, denn Baldwin hält eine Schwankung von 0,5 °C im Wasserbad für unkritisch. Unabhängige Messungen sehen die meisten empfehlenswerten Thermometer bei etwa 0,5 bis 1 °C Genauigkeit.
Zeigt dein Einstichthermometer im Eiswasser 0,6 °C, liegt es 0,6 °C zu hoch. Lässt sich das Gerät nicht justieren, ziehst du die Differenz beim Messen ab. Weicht der Wert um mehr als ein bis zwei Grad ab, ist ein Austausch sinnvoll (Faustregel der Redaktion).
Siehe auch
- Einstichthermometer – das Handthermometer im Überblick
- Kerntemperatur richtig messen – Einstichstelle und Technik
- Reaktionszeit – wie schnell der Wert steht
- Fleischthermometer – Modelle im Überblick
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich ein Thermometer kalibrieren?
Es gibt keine feste Vorgabe. Prüfe es nach einem Sturz und gelegentlich im Eiswasser, vor allem wenn du Sous vide mit knappen Zieltemperaturen gartest.
Warum zeigt kochendes Wasser nicht immer 100 °C?
Der Siedepunkt hängt vom Luftdruck ab. Auf Meereshöhe liegt er bei 100 °C, auf 2.000 m bei etwa 93,5 °C.
- Fluke: Kalibrierung nach der Eispunktmethode
- Fluke: Siedewassermethode zur Thermometerkalibrierung
- Douglas Baldwin: A Practical Guide to Sous Vide Cooking – Aussagen sinngemäß wiedergegeben
- Stiftung Warentest: Lebensmittel-Thermometer im Test – Bericht vom 10.02.2025, beruht auf Messungen von Taenk.dk

